Schritt 1: Die Fläche entscheidet alles
Bevor über Motive oder Budget gesprochen wird, schauen wir uns die Projektionsfläche an. Sie sollte möglichst hell sein, damit Farben und Kontraste zur Geltung kommen. Fenster, Glasflächen oder reflektierende Oberflächen beeinflussen das Ergebnis, sind aber kein Hindernis – sie werden Teil des Entwurfs.
Wichtiger als die Fläche selbst ist ihre Umgebung. Straßenlaternen, beleuchtete Schaufenster und angestrahlte Nachbargebäude sind die häufigsten Störquellen. Manchmal genügt es, für die Dauer der Projektion eine Laterne abzuschalten; manchmal verschiebt sich dadurch der ganze Standort.
Schritt 2: Vermessung und Visualisierung
Für ein echtes Mapping wird die Fassadengeometrie erfasst. Daraus entsteht eine Vorlage, auf der die Animation aufbaut: Jedes Fenster, jeder Sims und jede Kante sitzt an der Stelle, an der sie auch in der Realität sitzt.
Auf dieser Basis lässt sich vorab visualisieren, wie die Projektion aussehen wird. Das ist kein Nice-to-have – es ist der Moment, in dem sich klären lässt, ob die Idee auf diesem Gebäude trägt, bevor Produktionskosten entstehen.
Schritt 3: Der Content
Hier liegt der größte variable Aufwand. Logoanimationen, Schriftgestaltung und Basisgrafiken entstehen bei uns In-House und sind entsprechend planbar. Sobald eine Animation auf die Architektur reagiert – Fenster, die sich öffnen, Mauern, die sich verschieben – wird daraus eine 3D-Produktion mit eigenem Zeitplan.
Ein häufiger Irrtum: Vorhandenes Werbematerial lässt sich selten direkt verwenden. Ein Imagefilm im 16:9-Format sieht auf einer Fassade mit unregelmäßigem Grundriss meist schlecht aus. Brauchbar sind dagegen Logos in Vektorform, Bildarchive und Farbvorgaben aus dem Corporate Design.
Schritt 4: Technik und Aufbau
Wie viele Projektoren nötig sind, ergibt sich aus Flächengröße, Umgebungslicht und Oberfläche. Ab einer bestimmten Größe rechnet sich kein Einzelgerät mehr, dann werden mehrere Projektoren überlagert und aufeinander eingemessen.
Dazu kommen die praktischen Fragen, die im Konzept gern fehlen: Wo steht die Technik, wie kommt Strom dorthin, wie wird sie bei Regen geschützt, und ist der Standort während der Veranstaltung zugänglich oder abgesperrt.
Schritt 5: Einmessen im Dunkeln
Die Feinjustage passiert erst, wenn es dunkel ist – vorher ist nicht erkennbar, ob das Bild wirklich sitzt. Für den Ablaufplan heißt das: Zwischen Sonnenuntergang und Veranstaltungsbeginn muss ein Zeitfenster liegen.
Im Juni ist das eine echte Einschränkung, weil die Dunkelheit erst spät einsetzt. Im November ist es kein Thema. Wer im Sommer projizieren will, sollte den Programmpunkt bewusst nach hinten legen.
Was typischerweise schiefgeht
Drei Dinge fallen in der Praxis am häufigsten auf. Erstens wird die Dämmerung falsch eingeplant und die Projektion startet, wenn es noch zu hell ist. Zweitens fehlt Strom in ausreichender Leistung am gewünschten Standort. Drittens kommen Content-Freigaben auf Kundenseite zu spät, sodass die Produktion unter Zeitdruck gerät.
Alle drei Punkte sind lösbar, wenn sie früh besprochen werden. Deshalb fragen wir bei Anfragen immer zuerst nach Termin, Fläche und Anlass – nicht nach der gewünschten Technik.